Festakt anlässlich der Gedenktafelenthüllung für Diana Budisavljević in Innsbruck

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- Tamara und Mag. Andreas Baumgartner-Danilović. Erzpriester Aleksandar Stolić, Bürgermeister Georg Willi, Filip Vlajić BA, BR Oliver Ranisavljević, S.E. Botschafter Dr. Nebojša Rodić, Irene Heisz, Prof. Brunnbauer, Prof. Zimpfer und Mag. Vladimir Vlajić - Foto: Ch. Niederwolfsgruber

|| СРПСКИ ||

Am Donnerstag, den 21. Oktober 2021, fand in Innsbruck in Organisation des Bürgermeisters Georg Willi ein Festakt anlässlich der offiziellen Gedenktafelenthüllung für Diana Budisavljević, geborene Obexer, statt.

Die Gedenktafel wurde aufgrund der Pandemiesicherheitsmaßnahmen am 7. April 2021 in einem kleineren Kreis der Vertreter der Stadt Innsbruck am Obexer-Haus eingeweiht, nachdem 11 Jahre seit der ersten Initiative zur Anbringung vergangen sind. Diese wurde 2010 vom Serbisch Orthodoxen Jugendverein Innsbruck (SPOJI) und dem Sozialdemokratischen Freiheitskämpferinnenbund Tirol initiiert. Nach einer monatelangen Diskussion die von Februar bis November 2020 darüber geführt wurde wie der Text an der Tafel lauten soll, wurde letztendlich im November 2020 vom Stadtsenat entschlossen im Text zu erwähnen, dass es sich um „mehrere Tausend vorwiegend serbische Kinder“ handelte, die Diana Budisavljević und ihre Unterstützerinnen aus den „Konzentrationslagern des faschistischen Ustaša-Regimes im damaligen Unabhängigen Staat Kroatien“ retteten. Eine der aktivsten Rollen in der Diskussion über den Text an der Gedenktafel hatten sicherlich Vertreter von SPOJI mit Unterstützung ihrer Freunde, den Wissenschaftlern und Experten aus Österreich, Kroatien und Serbien.

Die einführenden Worte des Festaktes gebührten Herrn Bürgermeister Willi, der sagte, dass es sich um eine der mutigsten Personen während des Zweiten Weltkriegs handelt.

 

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- Bürgermeister Willi - Foto: SPOJI

Dann folgte ein halbstündiger Vortrag von Prof. Brunnbauer unter dem Titel „Völkermord im Unabhängigen Staat Kroatien (1941-1945): Täter, Opfer – und eine mutige Frau“. Das Transskript des Vortrags können sie  - HIER - nachlesen.

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- Prof. Brunnbauer - Foto: SPOJI

Um die finale Entscheidung zu treffen bat die Stadt Innsbruck im Spätsommer 2020 Prof. Ulf Brunnbauer von der Universität Regensburg, der Experte für Südosteuropaforschung ist, als neutrale Person, die bis zu diesem Zeitpunkt nicht an der Diskussion um den Text teilgenommen hat, sein Urteil über die angekommenen Textvorschläge und Argumentationen für und gegen die Erwähnung der Herkunft der geretteten Kinder an der Gedenktafel, abzugeben. Prof. Brunnbauer bestätigte im Herbst 2020 der Stadt Innsbruck, dass es richtig wäre zu erwähnen, dass es sich um „mehrere Tausend vorwiegend serbische Kinder“ handle, sodass am Ende der endgültige Text dem von SPOJI vorgeschlagenen am nächsten kam.

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Foto: Ch. Niederwolfsgruber

Anschließend gab es noch einen Umtrunk bei dem alle Anwesenden in einer freundlichen Atmosphäre ihre Meinungen austauschten. Unter ihnen waren neben dem Bürgermeister Innsbrucks, Georg Willi und Prof. Brunnbauer, auch Irene Heisz, Kulturausschuss Vorsitzende, Stadträtin Uschi Schwarzl, Dr. Lukas Morscher, Direktor des Stadtarchivs, S.E. Dr. Nebojša Rodić, Botschafter der Republik Serbien in Wien, Erzpriester Aleksandar Stolić, Pfarrer der serbisch-orthodoxen Kirchengemeinde Innsbruck, Univ.-Prof. Dr. Michael Zimpfer, Verwandter von Diana Budisavljević aus Wien, Mag. Andreas Baumgartner-Danilović, Generalsekretär des Internationalen Mauthausen Komitees, Tamara Baumgartner-Danilović, Vertreterin Serbiens im Internationalen Mauthausen Komitee, Mag. Alexander Legniti, Leiter der städtischen Friedhöfe, Filip Vlajić BA, Präsident von SPOJI, BR Oliver Ranisavljević, Präsident des Dachverbands der Serben in Tirol und Vizepräsident von SPOJI, Mag. Vladimir Vlajić, einer der Gründer von SPOJI und der erste Gedenkdiener des Österreichischen Auslandsdienstes in Serbien, sowie andere Vertreter der Stadt und Universität Innsbruck und anderer Organisationen.

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- Bürgermeister Willi, Vater Stolić und Botschafter Rodić - Foto: Ch. Niederwolfsgruber

Die Veranstaltung hatte einen geschlossenen Charakter, wobei aus zeitlichen und organisatorischen Gründen einige der von Diana geretteten Kinder bzw. Zeitzeugen nicht anwesend sein konnten, da sie heute in Serbien leben.

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- Prof. Zimpfer, Mag. Vladimir Vlajić, BR Oliver Ranisavljević und Irene Heisz - Foto: Ch. Niederwolfsgruber

Zurzeit wird auch ein Dokumentarfilm der jungen Regisseurin Nicola Nagy aus Berlin zur Gedenktafel und Erinnerungskultur im Zusammenhang mit Diana Budisavljević gedreht, dessen Premiere für den 5. Mai 2022 in Innsbruck geplant ist. Es handelt sich um ein von der Stadt Innsbruck gefördertes Projekt im Rahmen der „gedenk_potenziale“ in dem u.a. auch Frau Jelena Radojčić und Herr Dušan Jerinić teilnehmen, die als Kinder von Diana vor dem Völkermord gerettet wurden.  

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 - Mag. Vladimir Vlajić, BR Oliver Ranisavljević und Mag.a Elisabeth Mayr, Stadträtin im Stadtsenat Innsbrucks - Foto: Ch. Niederwolfsgruber


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