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Kinder-Retterin aus Innsbruck posthum in Serbien ausgezeichnet

Die Innsbruckerin Diana Budisavljevic (geb. Obexer) rettete während des Zweiten Weltkrieges 12.000 Kinder aus kroatischen Ustascha-Lagern.

 
Nach Kriegsende kehrte Diana Budisavljevic nach Innsbruck zurück, wo sie am 20. August 1978 starb.
 

Belgrad – Der serbische Präsident Boris Tadic hat am Dienstag posthum eine Innsbruckerin ausgezeichnet, die im Zweiten Weltkrieg in Kroatien 12.000 Kinder aus den Lagern der faschistischen Ustascha gerettet hatte. Die aus Innsbruck stammende Diana Budisavljevic, geborene Obexer, wurde die „Milos-Obilic-Medaille“ für den „bekundeten Mut und Taten des persönlichen Heldentums“ zuteil. Die Auszeichnung wurde anlässlich des morgigen serbischen Nationalfeiertages verliehen.

Die 1891 geborene Diana Obexer wurde im Vorjahr – in Anspielung auf den deutschen Industriellen und Judenretter Oskar Schindler – als die „serbische Schindler“ auch von der serbisch-orthodoxen Kirche mit dem neu geschaffenen „Kaiserin-Milica-Orden“ ausgezeichnet. Die mit dem serbischen Chirurgen Julije Budisavljevic verheiratete Diana kam 1919 nach Zagreb, wo ihr Mann einen Posten an der neu gegründeten medizinischen Fakultät erhielt. Ihre Rettungsaktion während des Zweiten Weltkrieges startete am 17. März 1942, als sie die ersten 80 Kinder aus dem KZ Loborgrad nach Zagreb brachte.

Bei ihren Rettungsaktionen zögerte die Tirolerin nie, auch ihre vor dem Krieg aufgebauten gesellschaftlichen Kontakte in Anspruch zu nehmen. Diana Budisavljevic gelang es somit, auch Kinder aus dem KZ Jasenovac zu retten, in das nicht einmal deutsche Soldaten Zutritt hatten. In Jasenovac wurden zwischen 1941 und 1945 nach unterschiedlichen Angaben zwischen mehreren zehntausend bis zu einigen hunderttausend Serben, Roma, Juden und kroatische Antifaschisten grausam ermordet.

Nach Kriegsende kehrte Diana Budisavljevic nach Innsbruck zurück, wo sie am 20. August 1978 starb. Historiker aus Ex-Jugoslawien begannen sich für das Werk von Diana Budisavljevic erst vor wenigen Jahren zu interessieren. Den Anlass lieferte die Veröffentlichung ihrer Kriegserinnerungen. Das „Tagebuch von Diana Budisavljevic 1941-45“ wurde von ihrer Enkelin Silvija Sabo 2003 in Zagreb herausgegeben.

Milos Obilic (geboren um 1350, gestorben 1389 in der Schlacht auf dem Amselfeld) war ein Adeliger, der in Serbien als Nationalheld verehrt wird. In der Schlacht gegen die Osmanen auf dem Amselfeld soll er den türkischen Sultan Murad I. getötet haben.

Das faschistische Ustascha-Regime unter Ante Pavelic, das im kroatischen Vasallenstaat Nazi-Deutschlands („Unabhängiger Staat Kroatien“ – Nezavisna Drzava Hrvatska/NDH) zwischen 1941 und 1945 herrschte, brachte Hunderttausende Serben, Juden und Roma grausam um. Pavelic, kroatischer „Poglavnik“ (Führer) von Hitlers und Mussolinis Gnaden, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg nicht zur Rechenschaft gezogen. Er gelangte, als Priester verkleidet, mit Hilfe des Vatikans nach Rom und von dort mit seinen Spießgesellen und 300 Kilogramm Gold im Gepäck nach Argentinien. Nach dem Sturz von Präsident Juan Peron stand er unter dem Schutz Francos und starb 1959 hochgeehrt in Spanien. (APA)

Quelle: http://www.tt.com/csp/cms/sites/tt/Überblick/4325253-6/kinder-retterin-aus-innsbruck-posthum-in-serbien-ausgezeichnet.csp