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Prof. DDr. Wolfgang Rohrbach: Auf den Spuren der Serben Österreichs

Am Samstag, dem 15. Oktober 2011 wurde ein Vortrag von Prof. DDr. Wolfgang Rohrbach zum Thema „Auf den Spuren der Serben Österreichs“ in Organisation des Serbisch Orthodoxen Jugendvereins Innsbruck – SPO(J)I gehalten.

 

Der Vortrag fand im Saal „Axamer Lizum“ im bekannten Innsbrucker Hotel „Central“ statt.

 

Der Vortragende dieses Abends war der österreichische Philologe, Ökonom und Historiker, Prof. DDr. Wolfgang Rohrbach, der u. a. auch ordentlicher Professor der medizinischen und wirtschaftlichen Fakultät in Wien, Novi Sad und Belgrad ist, außerdem ehemaliger österreichischer Basketball-Nationalteamspieler und Verfasser des Buches „Auf den Spuren der Serben Wiens“ – kurz gesagt: Ein Mann, in dem zwei Herzen schlagen, das österreichische und das serbische.

Der Vortrag wurde von Vater Vidoslav Vujasin eröffnet, der alle anwesenden Gäste begrüßte, unter denen auch der Generalkonsul der Republik Serbien in Österreich, Herr Zoran Jeremić war, sowie Frau Djuja Tešanović, die erste ausländische Frau in Österreich, die in den Salzburger Gemeinderat einzog, aber auch Herr Anton Baur, Vertreter des Österreichischen Integrationfonds und ein respektabler Teil der serbischen intellektuellen Jugend aus Innsbruck und Tirol.

Bild: Prof. DDr. Wolfgang Rohrbach im Gespräch mit dem Generalkonsul der Republik Serbien in Österreich, Zoran Jeremić, nach dem Vortrag

Der serbisch-orthodoxe Pfarrer, Vater Vidoslav Vujasin, sagte u.a. auch, dass es positiv ist, dass es Leute wie Herrn Rohrbach gibt, weil sich Kinder in gemischten Ehen fast immer für nur eine Seite entscheiden, wobei Herr Rohrbach es geschafft hat beide Seiten zu sichern und zu pflegen – die österreichische Seite seines Vaters aus Wien und die serbische Seite seiner Mutter aus Velika Plana.

 

Darauf folgend hielt Prof. DDr. Wolfgang Rohrbach in einer angenehmen Atmosphäre einen sehr interessanten Vortrag zur serbischen Geschichte und Kultur, indem er in kurzen Abschnitten einige Fakten zur frühen Geschichte des serbischen Volkes nannte, wobei er ein besonderes Merkmal auf die Werte und geschichtlichen Geschehnisse legte, die unsere beiden Völker verbinden und dabei betonte er, dass man das positive zwischen den Völkern immer in den Vordergrund stellen sollte, damit so die positive Energie, vor allem bei den jungen Leuten erhalten bleibt.

So erwähnte Herr Rohrbach in seinem Vortrag auch, dass eine Nation, dessen Sprache und Kultur „verwildern“, in die Gefahr gerät selbst zu „verwildern“ und dass eine Nation, die ihre Sprache rauben lässt, die Hälfte ihrer geistigen inneren Selbstständigkeit verliert und hört somit eigentlich auf zu existieren. Er fügte hinzu, dass, wenn die Serben in Österreich ihre Muttersprache pflegen und erfolgreich erlernen, sich das positiv auf die Fremdsprache auswirken kann – in unserem Fall Deutsch – und dass man so beide Sprachen am besten erlernen und sprechen kann. Falls sie das nicht machen, droht ihnen die Gefahr die eigene Muttersprache nie richtig zu erlernen, sogar zu vergessen und somit verlieren sie auch die Möglichkeit die deutsche Sprache leichter und richtig zu erlernen.

Aus diesem Grund lobte Prof. DDr. Rohrbach auch den Schritt von SPO(J)I, die erste serbische Jugendzeitschrift in Österreich „Spoji!“ in die Wege geleitet zu haben, eine Zeitschrift die zweisprachig und auch in serbischer kyrillischer Schrift geschrieben ist. Dem fügte er hinzu, dass Maria Theresia schon im Jahre 1745 den damaligen Monarchie-Serben die Erlaubnis gab Bücher in serbischer Sprache zu drucken, wobei so die Serben zur Zeit der K.u.K-Monarchie in weiterer Folge unter den Kaisern privilegiert waren.

 

 

Danach erklärte Herr Rohrbach, dass die Serben nicht erst in den 1960er Jahren nach Österreich kamen, sondern bereits im Jahre 1524, während der Schlacht von Mohacs, und dass es seit 1683 in den österreichischen Archiven Aufzeichnungen über Serben in Österreich gibt.

Ebenfalls wurde der Begriff „Ratzenstadl“ erklärt, der während der österreichisch-türkischen Kriege entstand, als damals viele Serben außerhalb der Stadtmauern Wiens angesiedelt wurden. In diesem Kontext ist der Begriff auf gar keinen Fall mit der Ratte gleichzusetzen, sondern ist auf das Wort Raška, die Wurzeln des serbischen Staates oder Raszien, zurückzuführen – deshalb der Begriff „Ratz“ bzw. „Ratzenstadl“.

In diesem Kontaxt wurde auch der Begriff „Tschusch“ erklärt, der in diesem Sinne gar kein Schimpfwort darstellt, sondern auf die Zeit zurückzuführen ist, als Serben die Grenzen zwischen Österreich-Ungarn und dem Osmanischen Reich bewachten. Dabei riefen sie sich „čuješ“ (zu Deutsch: hörst du) zu, sobald sie etwas Merkwürdiges hörten, wobei das die Österreicher nicht verstanden haben und somit der Begriff „Tschusch“ entstand. Herr Rohrbach fügte hinzu, dass es auch heute noch Österreicher mit serbischen Wurzeln gibt, die den Nachnamen Tschusch, Ratz oder Ratzinger haben.

Nach weiteren Erklärungen über die historischen Gemeinsamkeiten zwischen dem österreichischen und dem serbischen Volk, gab Herr Rohrbach seine Aussicht für die Zukunft dieser beiden Völker bekannt, wobei er erwähnte, dass sich Belgrad zur vielversprechendsten Metropole Südosteuropas entwickeln werde, vor allem wegen der idealen geografischen Lage, denn die serbische Hauptstadt stellt die letzte Station des Westens gen Osten und die erste Station des Ostens gen Westen dar.

Von genauso großer Bedeutung, Prof. DDr. Rohrbach zufolge, werden auch die jungen serbischen Rückwanderer sein, die ihr Wissen und ihre Arbeitsmoral, die sie an westlichen Fakultäten und Firmen erlernt und angeeignet haben, in ihr Heimatland transportieren und umsetzen werden und es so fortschrittlicher entwickeln, als das der Fall in früheren Zeiten war. In dem Sinn spielt auch Österreich, das heute den größten Investor in Serbien darstellt und mit dem Serbien seit Jahrhunderten historische Zusammenhänge erweist, eine wichtige Rolle.

Zum Schluss seines Vortrags erzählte Prof. DDr. Wolfgang Rohrbach auf seiner serbischen Muttersprache einige interessante Details aus seinem Leben, wobei er zugleich alle anwesenden Serben aufrief ihr Volk mit jedem Schritt auf beste Weise zu repräsentieren und weiterhin an den guten Beziehungen zwischen Serbien und Österreich zu arbeiten.     

 Aus seinen persönlichen Erlebnissen erzählte Herr Rohrbach wie er als junger Basketballer 1969 in Belgrad gegen Radivoj Korać, eine Legende des serbischen Basketballs, spielte – einer der besten Basketballer den er in seinem Leben je gesehen hatte.

Genauso interessant war auch die Erzählung darüber wie es zur Ehe zwischen seiner serbischen Mutter und seinem österreichischen Vater gekommen war, oder wie seine Mutter 1915, als kleines Mädchen von 6 Jahren, dem serbischen König Petar I Karadjordjević Rosen überreichte. Außerdem war sie, mit ihren 94 Jahren, die älteste Serbin in Wien.  

Hinzuzufügen ist auch, dass der gesamte Vortrag mit witzigen Geschichten und Kommentaren übersät war,  mit denen Herr Rohrbach, in fließender serbischer Sprache, die Aufmerksamkeit und die Stimmung aller Anwesenden hoch hielt.

Der Serbisch Orthodoxe Jugendverein Innsbruck – SPO(J)I betont noch einmal, dass mit diesem Vortrag ein weiter Schritt zur positiven Vorstellung des serbischen Volkes unter den österreichischen Mitbürgern getan wurde und zugleich sollte er vor allem den jungen, aber auch den etwas älteren Serben zeigen, dass nicht die ganze Welt gegen sie ist, sondern, dass Serbien und das serbische Volk Freunde auf der ganzen Welt haben können und sie auch haben – sie müssen sich nur ein wenig von ihrer richtigen, d.h. von ihrer positiven Seite zeigen!

 

ZUSAMMEN SIND WIR STÄRKER