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Serbische Entität in Bosnien und Herzegowina – 20 Jahre Republika Srpska

 

Am Samstag, dem 17. November 2012 wurde in Innsbruck in Organisation des Serbisch Orthodoxen Jugendvereins Innsbruck – SPO(J)I, der letzte Vortrag in deutscher Sprache für das Jahr 2012 zum Thema „Serbische Entität in Bosnien und Herzegowina – 20 Jahre Republika Srpska“ gehalten.

Der Vortrag wurde im bekannten Café Katzung in der Altstadt Innsbrucks, nur ein paar Meter vom Goldenen Dachl entfernt, von Marko Miloradović, einem Studenten der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck und einem der ersten Mitglieder des Jugendvereins SPO(J)I, gehalten.

 

Bild: Herr Stadtrat Mag. Gerhard Fritz begrüßt die Gäste

Der Vortrag wurde von einer erheblichen Zahl von Gästen, unter denen vor allem Österreicher und Serben waren, besucht. Als Vertreter der Stadt Innsbruck, besuchte Herr Mag. Gerhard Fritz, Stadtrat Innsbrucks, u.a. zuständig für den Bereich Integration, den Vortrag. Als Vertreter des Dachverbandes der Serben Tirols besuchte Herr Gostimir Marić den Vortrag und als Vertreter der Republika Srpska, Herr Mag. Mladen Filipović, Leiter der regionalen Vertretung der Republika Srpska für Österreich, der für diese Gelegenheit speziell aus Wien angereist ist, was sehr lobenswert ist.

Bild: Vortragender Marko Miloradović

Zu Beginn des Vortrags über die serbische Entität in Bosnien und Herzegowina begrüßte Vladimir Vlajić, Obmann und einer der neun Gründer des Serbisch Orthodoxen Jugendvereins Innsbruck – SPO(J)I alle Gäste und erklärte wie das Thema für diesen Abend ausgewählt wurde. Er erklärte, dass in den vergangenen 20 Jahren viel Negatives über das serbische Volk verbreitet wurde und dass Serben als einzige Übeltäter des unglücklichen Krieges im ehemaligen Jugoslawien dargestellt wurden, aber weil das nicht wahr sein kann, weil ein Konflikt zumindest zwei Seiten benötigt und da die Wahrheit nicht so schwarz-weiß ist, wie sie in vielen Medien dargestellt wurde, beschloss der Jugendverein SPO(J)I, dass der letzte Vortrag in deutscher Sprache für 2012 der serbischen Entität in Bosnien und Herzegowina, der Republika Srpska, die 20-jähriges Bestehen feiert, zu widmen und um anhand dieses Beispiels sie Situation am Balkan aus einer anderen Perspektive, aus dem Blickwinkel eines jungen Immigranten der neuesten Generation in Österreich, zu erklären.

Auf der anderen Seite gibt es viele Meinungsverschiedenheiten zwischen den Serben, weil viele Serben aus Serbien behaupten, dass die Serben in Bosnien und Herzegowina nicht „die wahren“ sind, sondern ein anderes Volk. Deshalb war eines der Ziele dieses Vortrages auch dieses Thema anzusprechen und zu erklären, dass sowohl in Serbien, als auch in der Republika Srpska Serben leben und dass sie sich nicht in verschiedene Gruppierungen aufteilen sollen, sondern Anhaltspunkte suchen sollten die sie untereinander, sowie mit anderen Völkern verbinden.

Es wurde allen Gästen erklärt, dass der Zweck dieses Vortrags es ist Tabu-Themen in einer objektiven und ruhigen Atmosphäre gemeinsam zu besprechen und dabei nicht zu viel Emotionen zu zeigen, damit die verschiedenen Perspektiven über die Situation am Balkan so gut es geht analysiert werden können und damit man gemeinsam zu einer Lösung kommt. Da der Jugend die Zukunft gehört, sollten sich alle jungen Menschen, aller Völker des Balkan gemeinsam eine friedliche Zukunft und Zusammenarbeit aufbauen, beginnend in unserer neuen Heimat Tirol und Österreich, wo sie zusammen mit Völkern aus aller Welt zusammenleben.  

Danach begrüßte Herr Stadtrat Mag. Gerhard Fritz alle Gäste in einer kurzen Ansprache und wies daraufhin, dass er das Wort Integration nicht so sehr mag, da es häufig mit Assimilation verwechselt wird und dass er sich deshalb mit seinen Mitarbeitern für die Vielfalt der Kulturen, Traditionen und Geschichten in Innsbruck einsetzt, da seiner Meinung nach nicht alle gleich sein müssen um sich zu verstehen. Er wünschte dem Jugendverein SPO(J)I auch alles Gute und viel Erfolg in der künftigen Arbeit und fügte noch hinzu, dass er Diskussionsabende wie diesen unterstütze, wobei Herr Mag. Fritz auch einige serbische Sprachkenntnisse bewies.

Unmittelbar nach der Ansprache von Herrn Mag. Fritz, begann Marko Miloradović mit dem Vortrag, indem er allen Beteiligten die geographische Karte von Bosnien und Herzegowina mitsamt der einzelnen Entitäten vorstellte. Er erklärte dabei wie viel Einwohner heute in Bosnien und Herzegowina und in den einzelnen Entitäten leben. Marko Miloradović brachte dem Publikum auch nahe, was genau Bosnien und Herzegowina heute ist, wer auf diesem Gebiet lebt und wie das Zusammenleben in den zwei Entitäten funktioniert – in der Republika Srpska und in der Föderation. Damit gab er zu Beginn seines Vortrags allen Gästen, Österreichern und Serben, den etwas jüngeren, aber auch den älteren einen kurzen Überblick.

Dann zeigte er allen wie die Bevölkerungszusammensetzung vor, während und nach dem Krieg aussah und fügte hinzu, dass heute die Serben die Mehrheit in der Republika Srpska darstellen und in der Föderation Bosnien und Herzegowinas Kroaten und Bosniaken, wobei es zu zahlreichen politischen Blockaden von beiden Seiten kommt.  

Marko erklärte auch, wie es zum Friedensabkommen von Dayton im Jahre 1995 gekommen ist und wie heute die jüngste Vergangenheit in Bosnien und Herzegowina aufgearbeitet wird. Bei diesem Punkt seines Vortrages wandte sich Marko der jüngsten Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag und sagte, dass für ihn als Jus-Studenten diese Entscheidung eine negative Überraschung darstellt, die der Gerechtigkeit einen schweren Schlag zufügt, sowie dass damit alle Bemühungen um eine stabile und friedliche Zukunft am Balkan aufzubauen in Gefahr geraten und dass es zu schwerwiegenden Folgen zwischen den Beziehungen der Völker des ehemaligen Jugoslawien kommen kann, womit die Idee der Versöhnung ebenfalls bedroht wird.

Bild: Vladimir Vlajić, Obmann des Jugendvereins SPO(J)I bedankt sich bei den Gästen

So ging man über zum Thema über die Zukunft Bosnien und Herzegowinas und des Balkan überhaupt. Marko Miloradović stellte in diesem Zusammenhang drei mögliche Szenarien dar: den Anschluss der Republika Srpska an Serbien, die Unabhängigkeit der Republika Srpska und den Verbleib von Bosnien und Herzegowina in einer ähnlichen Lage wie sie auch heute ist. Gleichzeitig wurde eine offene, objektive und friedliche Diskussion zwischen dem Referenten und dem Publikum begonnen, in der fast alle Gäste aktiv teilgenommen haben. Auf die Frage, wie Marko Miloradović die Situation in Bosnien und Herzegowina und überhaupt am Balkan aus seiner persönlichen Sicht sieht, antwortete er, dass es sein Traum ist, dass Serbien und alle Balkanländer zu den „langweiligsten“ Ländern Europas werden, ohne Kriege und Konflikte, in denen die Bevölkerung nicht mehr am Existenzminimum leben muss, sondern dass die Leute einen festen Job haben werden und nicht um die Zukunft ihrer Kinder bangen müssen.

Im Anschluss an den Vortrag wurden freiwillige humanitäre Spenden für Zeljko Tomic aus der Republika Srpska gesammelt, der an Leukämie erkrankt ist und finanzielle Unterstützung für die weitere Behandlung benötigt. An diesem Abend kam ein humanitärer Betrag von genau 170,70 Euro zusammen. Die gesamte Veranstaltung wurde von Aleksandar Mihailović von der Radio-Television Serbiens RTS mit verfolgt.

Bild: Vladimir Vlajić und Gostimir Marić im Interview für die Radio-Television Serbiens RTS bei Reporter Aleksandar Mihailović

Der Serbisch Orthodoxe Jugendverein Innsbruck – SPO(J)I bedankt sich bei dieser Gelegenheit noch einmal bei allen Freunden, Unterstützern, Spendern und Gästen, sowie bei Herrn Stadtrat Mag. Gerhard Fritz, Herrn Mag. Mladen Filipović, Herrn Gostimir Marić und bei Herrn Aleksandar Mihailović, die alle gemeinsam mit Ihrem Kommen unseren letzten Vortrag auf deutscher Sprache für dieses Jahr bereichert haben und hoffen, dass wir uns bei einer zukünftigen Veranstaltung des Jugendvereins SPO(J)I aus Innsbruck wiedersehen werden.

ZUSAMMEN SIND WIR STÄRKER,

Serbisch Orthodoxer Jugendverein Innsbruck – SPO(J)I

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